Kirchengeschichte

Unsere Kirche in Angern hat der Oberst Jakob von der Schulenburg auf den Resten eines mittelalterlichen Gotteshauses in den Jahren 1566 - 1569 bauen lassen.
Im Jahre 1631, zur Zeit des 30 Jährigen Krieges wurde sie bis auf die Grundmauern zerstört. Von 1655 an bis mehrere Jahre hindurch, wurde sie wiederhergestellt, worüber eine Inschrift hinter dem Altar genaue Kunde gibt.
Im Jahre 1753 hat der General Christoph Daniel von der Schulenburg sie um ein Drittel nach Osten hin verlängern lassen.

Auf der äußersten östlichen Seite war ein Stein eingemauert, der in der alten katholischen Kirche zur Aufnahme der ewigen Lampe gedient haben mag. Er befindet sich jetzt im Inneren der Kirche.
Der jetzige Turm ist 1734 erbaut. Der frühere Turm scheint nicht viel höher als das jetzige Kirchendach gewesen zu sein. Denn bis dahin ist der Bau aus Bruchsteinen ausgeführt, von dort an sind ausschließlich Backsteine verwandt. Das Bruchsteinmauerwerk rührt vermutlich von dem alten Turm her.
Die Orgel, über 180 Jahre alt, ist ein Geschenk der Gräfin von der Schulenburg geb. von Bismarck.
Der Taufstein, aus Terrakotta gefertigt, wurde zum 11. November 1883 von der Gräfin von der Schulenburg geschenkt.
Im Schiff der Kirche an der Nordwand befindet sich ein sehr kunstvoll gearbeitetes Epitaph, oben das Bild des Generals Christoph Daniel von der Schulenburg zeigend und darunter die wichtigsten Daten und Taten seines Lebens aufzählend.
Auf dem Turme hingen zwei Glocken, von denen die kleinere 1773, die größere (noch befindliche) 1521 gegossen ist. Letztere trägt die Umschrift: vivos voco, fulmina frango, defunctos plango d.h. : - ich rufe die Lebenden, ich breche die Blitze, ich betraure die Toten.
Als im Jahre 1901 die diamantene Hochzeit des Kirchenpatrons bevorstand, wurde in der Gemeinde eine Sammlung veranstaltet, um an diesem Festtage die Kirche im neuen Schmuck zu zeigen. In Folge eines reichlichen Betrages des Forstgutsbesitzers Wernecke in Heinrichshorst kam so viel zusammen, dass neue bunte Fenster beschafft und das Schiff der Kirche vollständig renoviert werden konnte.
Die Renovierung des Altarraums nebst dem Altar und der Kanzel ließen die Söhne der Patronsfamilie ausführen. Doch etwa 10 Wochen vor der bevorstehenden diamantenen Hochzeit starb die Gräfin. Ein buntes Fenster auf der Nordseite des Altarraumes ist ihrem Andenken gewidmet. Das bunte Fenster vor der Kanzel wurde 1891 zu der goldenen Hochzeit der Patronatsfamilie von der Schwiegertochter Frau Gräfin von der Schulenburg geb. von Angern - Stilcke gemalt und gewidmet. (Auszüge aus der Chronik von Angern nach Pastor Lühe.)
Über die Jahre zwischen 1901-1960 gibt es wenig Angaben zur Kirche und über das kirchliche Gemeindeleben in Angern. Als Pfarrstelleninhaber amtierten nach Pfarrer Lühe
von 1908-1911 Pfarrer Reiber
von 1911-1955 Pfarrer Rathmann
von 1955-1958 Pfarrer Hienzsch
von 1958-1959 Pfarrer Reuter
von 1959-1996 Pfarrer Siegfried Fechner und seine Frau Katechetin Margitta Fechner
seit 1997 Pfarrerin Christa Kohtz
In Pfarrer Rathmanns Amtszeit wurde die 2. Glocke 1927 feierlich eingeweiht. Sie musste im zweiten Weltkrieg leider für Rüstungszwecke zur Verfügung gestellt werden.
Der, an Historie besonders interessierte Pfarrer Hienzsch sorgte dafür, daß das aus der ersten Angerschen Kirche stammende Sakramentshäuschen im Innenraum der Kirche seinen Platz fand.

Er entdeckte auch die Krypta unter der Kirche. 1966 konnten Altar und Kanzel renoviert werden. Am 6. Dezember 1998 wurde eine neue elektronisch gesteuerte Läuteanlage in Betrieb genommen und eine eigens für unseren Turm gegossene Uhrschlagglocke konnte der Gemeinde vorgestellt werden. 1999 wurde das Dach des Kirchenschiffes neu eingedeckt.
Im Jahre 2000 konnte die Sanierung des Aussenputzes an Turm und Schiff und die teilweise Trockenlegung der Grundmauern der Kirche veranlasst und ausgeführt werden.

Weiteres über: Trauringe, KlingelbeutelKronleuchter, Weihnachtsbaum,   

Am 30.Mai 1996 hat sich der Förderverein Kirche Angern e.V. gegründet und sich zur Aufgabe gestellt, die bauliche Instandhaltung und den Erhalt der Kirche als Baudenkmal und Kulturstätte in Angern zu erhalten.