Kirche in Rog├Ątz

Die Rogätzer Kirche wurde um 1500 errichtet.
Zu jener Zeit war sie ein einfacher, mit einem Strohdach gedeckter Feldsteinbau.
Der Reformator von Rogätz war offenbar der lutherische Pfarrer Joachim Ulrich, der 1558 die Pfarre in Loitsche - Rogätz übernahm.
Der Rogätzer Lehrer Willy Schulze berichtet in seiner Rogätzer Dorfchronik: „Wie mir Pastor Riemann erzählte, soll hier im Rogätzer Kirchenarchiv ein Brief Luthers (gest. 1546) vorhanden gewesen sein.“
Rogätz war damals kleiner als Loitsche und Angern.
Es zählte nur 18 Höfe gegenüber 35 in Loitsche und 56 in Angern.
Aus dieser Zeit sind neben dem Klutturm unsere Kirche und deren Kunstschätze die einzigen Zeugen der Vergangenheit, die den Dreißigjährigen Krieg überdauerten.
Während dieses Krieges wurde die Kirche zweimal wiederhergestellt.
Nach der ersten Zerstörung des Dorfes (1626 - 1630) wurde sie mit einem Strohdach neu gedeckt.
Nach der zweiten Zerstörung, bei der im ganzen Dorf kein Stein auf dem anderen blieb (1638 - 1649), wurde sie in der heutigen Form notdürftig neu gebaut (1649/50).
Dieser Bau wurde um 1700 neu renoviert, Emporen wurden eingebaut.
Es wird 1743 über dem Altar ein Stockwerk eingezogen, um die Orgel aufstellen zu können.
1767 bekommt das Kirchenschiff das Tonnengewölbe. Es wird 1802 mit leuchtend blauen Farben ausgemalt.
Es ist ein schlichter einschiffiger Putzbau mit massigem dreigeschossigem Westturm mit eingezogenem Rechteckchor und Sakristei an der Südseite.
Der Kern ist mittelalterlich. Romanische und spätgotische Bauperioden sind nachgewiesen.
Der blockhafte, gedrungene Turm mit mächtiger laternenbekrönter Schweifhaube und aufwendigem Westportal stammt aus der Zeit um 1700.
Die heute vermauerte, erhöhte Öffnung in der Ostwand war der ehemalige Zugang zu einer Orgelempore.
Im 19. Jahrhundert war es der Zugang zu einer Patronatsloge.
Bei der Instandsetzung im Jahre 1963 wurden Reste spätgotischer Wandmalerei von 1480 entdeckt.
Sie sind überstrichen.
Die letzte Renovierung erfolgte in der Zeit 1995 bis 1997.
Die von 1767 eingezogene Holztonne auf reich gegliedertem Gesims und hohen Stichbogenfenstern wurde 1995 erneuert.
Das Innere der Kirche aus dem frühen 17. und 18. Jahrhundert ist mit der qualitätsvollen Ausstattung gut erhalten.
Der hölzerne Altaraufsatz stammt aus der Zeit um 1600/10.
Er ist von klarer tektonischer Gliederung.
Im quadratische Mittelfeld, zwischen Freisäulen, zeigt das Gemälde der Auferstehung Christi.
Die noch gotischen Alabasterfigürchen von Maria und Johannes dem Evangelisten und das dem Sockel aufgelegte Alabasterrelief des Abendmahls sind aus minderer Qualität und aus anderen Zusammenhängen hinzugefügt.
Über dem Gebälk mit Diamantquadern ist ein durchbrochener Aufsatz mit Beschlagwerk.
Die hölzerne Kanzel mit gedrehten Ecksäulen stammt aus der Zeit um 1610/1620.
In den Brüstungsfeldern, vielleicht aus einem ehemaligem Epitaph um 1600, sind fünf komponierte Alabasterreliefs.
Sie zeigen Szenen aus dem Leben Christi (Geburt, Geißelung, Grablegung, Auferstehung, Himmelfahrt).
Die üppig figurierte Sandsteintaufe aus dem 18. Jahrhundert, hat eine breite Kuppa mit einem ausladendem Rand auf gedrungenem Schaft.
An ihn gelehnt sind vier lautespielende Engel, fast vollplastisch ans Becken geschmiegt.
Die Evangelisten mit ihren Symbolen sind zum Teil beschädigt.
Dazwischen sind die Wappenschilde von der Schulenburg, von Alvensleben, von Münchhausen, von Jagow zu sehen.
Die Orgel hat einen besonderen Stellenwert. Die erste Orgel stammte aus dem Jahr 1734.
Nach Ausbau- und Renovierungsarbeiten wird sie 1801 auf den Westchor umgesetzt.
Eine umfangreiche Reparatur wurde 1872 von dem Rogätzer Tischlermeister und Orgelbauer A. Dietz vorgenommen.
Während des ersten Weltkrieges mussten die zinnenen Prospektpfeifen ausgebaut und abgeliefert werden, was sie funktionsuntüchtig machte.
Sie wurde noch bis Mitte der 20er Jahre hin und wieder genutzt. 1928 baute die Orgelfirma Wilhelm Rühlmann aus Zörbig die Orgel völlig neu auf.
Sie wurde in den Kirchturm verlegt.
Lange Jahre tat sie ihren Dienst, wurde aber zunehmend reparaturbedürftig.
Eine solche wurde Ende der 70er Jahre vorgenommen, die Orgel ist dabei wieder auf die Empore zurück versetzt worden.
Sie hat ein doppeltes Manual und ist gut anzuhören.
Am Übergang zum Triumphbogen ist ein Figurenepitaph mit alter Bemalung für Reimarus von Alvensleben (gest. 1568).
Über der gerüsteten Gestalt des Verstorbenen ist ein Auferstehungsrelief.
Außerdem befinden sich dort noch verwitterte Figurengrabsteine der Familie von Alvensleben.
Außen an der Sakristei sind zwei Figurengrabsteine eingemauert.
Der Kindergrabstein Achatius von Alvensleben (gest. 1564) und der Rittergrabstein Reimart von Alvensleben (gest. 1568).
Im Turm der Kirche hängt eine Glocke. Sie trägt weder eine Namensbezeichnung noch eine Jahreszahl.
Im oberen Teil unterhalb der Aufhängung hat sie eine Doppellinie, unterhalb derer Darstellungen der Kreuzigung und eines segnenden Bischofs.