Kirche in Loitsche

Wann die erste Kirche in Loitsche errichtet wurde und wie sie ausgesehen hat, ist leider nicht bekannt.
Der erste urkundliche bekannte Pfarrer war Joachim Ulrich der 1558 seinen Dienst in Loitsche antrat.
Er ist vielleicht der erste lutherische Pfarrer der nach der Reformation in Loitsche tätig war.
Im Jahre 1683 wurde eine neue Kirche errichtet, da die alte Kirche nach dem Dreißigjährigen Krieg nur notdürftig repariert worden war.
Das Geschlecht derer von Alvensleben von Rogätz waren damals Gerichtsherr und Patron der Kirche in Loitsche.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg hatten Rogätz, Loitsche, Hilgendorf und Bertingen gemeinsam einen Pfarrer, namens Johannes Knoche.
Von 1793 bis 1820 wurden zwei gesonderte Kirchenbücher geführt.
Das eine wurde für Loitsche und Ramstedt geführt und das zweite Kirchenbuch für Hilgendorf und der Wehrmühle.
1789 fiel ein Teil von Hilgendorf und fast ganz Loitsche, die Kirche, die Pfarrei, und die Schule den Flammen zum Opfer.
Sämtliche Akten und Kirchenbücher verbrannten, nur das Kirchenbuch seit 1735 wurde gerettet.
Es wurde wieder eine neue Kirche aufgebaut und 1793 eingeweiht.
Die Kirche ist ein rechteckiger länglicher barocker Saal.
Es ist ein Putzbau mit Lisenengliederung und hohen Stichbogenfenstern.
Der Westturm stammt vom Vorgängerbau mit der Inschrift 1683.
Er wurde 1795 durch Fachwerkaufsatz mit abgesetzter, ins Achteck übergeführter Spitze ergänzt.
Das Innere der Kirche wurde um 1960 eingreifend umgestaltet.
Die Hufeisenempore wurde verkürzt, der Chor wurde in Backstein erneuert.
Die hölzerne neugotische Taufe hat eine polygonale Kelchform und stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Weiterhin befindet sich in der Kirche ein romanisierender Orgelprospekt von R. Voigt aus Stendal aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.
Die Bronzeglocke stammt aus dem Jahre 1790.
Außen befinden sich zwei barocke Inschriftgrabsteine.
Der eine ist für Pfarrer Joh. Georgius Fabricius Wendeburg, der 1693 gestorben ist.
Im Pfarrgarten steht das Fragment eines kelchförmigen romanischen Taufsteins mit Rundbogenfries.
Der jetzige Friedhof wurde im Jahre 1845 angelegt und der alte Friedhof an der Kirche wurde geschlossen.
Da Ramstedt mit Loitsche eine Kirch- und Schulgemeinde bildete, wurde es im Jahre 1928 eingemeindet und ist seitdem ein Ortsteil von Loitsche.
Eines der herausragendsten Ereignisse des Jahres 1930 war die Glockenweihe.
Folgende kleine Beschreibung der Ereignisse ist uns erhalten geblieben: „Unsere Glocke ist da! - der Kirchendiener klingelte die Nachricht auf Straßen und Gassen.
Jung und Alt zog gegen 6.00 Uhr am Abend nach dem Bahnhof, wo die Glocke im Bahnwagen ihrer Einholung harrte.
Auf einen tannenzweigbekränzten Rollwagen zog der Festzug ins Dorf.
Voran der Wagen mit der Glocke, dann die Kinder unter Führung Kantor Müllers, die Schar der Jugendlichen und der Pastor mit den Gemeindemitgliedern.
Es war ein Dorffest.
Im Dorf angekommen ergriff der Pastor das Wort, er erinnerte an die Vaterlands- und Dorfgeschichte.
Im Verlauf der Rede: „Wie die kleine Glocke 1790 das Gedächtnis wach halten wolle an die verheerende Feuersbrunst vom 20.09.1789, die fast das ganze Dorf mit der Kirche zerstörte, 22 Menschen versehrte und 2 Todesopfer forderte, wie die große Glocke von 1846 in den Weltkrieg wanderte.
Heute ist sie uns in neuem Gewande und strahlender Schöne wiedergegeben.“